Ich fotografiere in Leipzig in Ihrem Atelier Gemälde, Zeichnungen, Plastiken, Fotografien und andere Kunstwerke.


18.02.16

Arbeitsweise und technische Details

Fotografieren von Gemälden

„beautiful despot“ (work in progress), 2017, Christian Finger, ca. 1,2 m x 1,2 m

Wenn Sie sich von mir z. B. Gemälde fotografieren lassen, sollten Sie wissen, wie sich meine Arbeit gestaltet. So benötige ich einen gewissen Raum, um Lichtstative und auch jenes der Kamera platzieren zu können. In sehr engen Räumlichkeiten könnte es hierbei zu Problemen kommen, was die Ausleuchtung anbelangt. Reprofotografien werden von mir nur mit Kunstlicht (Blitzlicht) aufgenommen: Das (gleichmäßige) Licht bzw. dessen Qualität und Richtung ist das Wichtigste beim Fotografieren von z. B. Gemälden. Vorhandene Lichtquellen (z. B. Fenster) sind für das Fotografieren mittels Blitz übrigens nicht relevant. Sie werden rein technisch „ausgesperrt“ und müssen nicht extra abgehangen werden. (Es sei denn, die Sonne scheint „prall“ direkt hinein bzw. direkt auf die Exponate.)

eine Farbkarte zum Weißabgleich

Repros bzw. Gemälde werden mit einer ganz bestimmten, genormten Farbkarte aufgenommen, anhand derer erst ein profilierter Workflow bis hin zum farbkalibrierten, realistischen Druck realisierbar ist und über einen einfachen Weißabgleich hinaus geht.

Die Objekte sollten sich an eine Wand hängen lassen. Zeichnungen (auch im Passepartout) lassen sich z. B. mit kleinen Magneten an eine Metallleiste (z. B. Stahllineal, bringe ich mit) fixieren. Die Wandmontage ist ideal, da so ein gleichmäßiger Lichteinfall (ohne Schatten von Stativbeinen) am einfachsten realisierbar ist. Geht dies nicht, so sind auch Bodenaufnahmen möglich. Die maximale Größe der Vorlagen sollte dann das Maß Din A2 für eine Bodenreproduktion nicht überschreiten.

Ich arbeite mit portabler Licht-Technik, die ich jedoch durchaus für die unterschiedlichsten Objekte einzurichten vermag. Ich bin hierdurch auch vom Stromnetz unabhängig. Bei der Reproduktion von dreidimensionaler Arbeiten (z. B. aus Holz, Bilderrahmen) muss darauf geachtet werden, dass diese auch als solche auf dem Repro erkennbar sind und nicht etwa wie eingescannt erscheinen. Aus diesem Grund fertige ich von einem Objekt häufig mehrere Aufnahmen bei unterschiedlichem Licht an. Diese werden später digital zusammen gesetzt.

Ist also bei reinen Digitalisierungen von Ölgemälden ein hartes Licht durchaus sinnvoll, da es genau jenes ist, welches Galerien einsetzen („Spots“) und natürlich vorzüglich für das Abbilden von Oberflächenstrukturen geeignet ist. So eignet sich ein solcher Lichtcharakter weniger für eine dreidimensionale Arbeit (auch Rahmen), da hierbei harsche und tiefschwarze Schatten eine gewisse Unruhe ins Bild bringen, welche der Künstler / die Künstlerin selten beabsichtigt haben wird. Mitunter variiere ich daher in der Postproduktion mehrere Aufnahmen zu einer einzigen Reproduktion.

Arbeiten bei Ideallicht

farbneutrale Abbildung

Farbneutrale Abbildung der tatsächlichen Sättigung von Ölfarben.

Licht in Räumlichkeiten verhält sich wie ein Pingpongball: Es springt sozusagen im ganzen Raum umher und sorgt somit zwar für eine mehr oder weniger gleichmäßige Ausleuchtung. Dieses Licht bewirkt aber gleichzeitig, dass Farben und Kontraste auf insbesondere Ölgemälden flacher und weniger satt wirken, als sie es eigentlich sind (durch [unscheinbare] Reflexionen).
Bei meinen Reprofotografien bin ich jedoch durch speziell eingesetztes Licht in der Lage, die natürliche (hohe) Sättigung der aufgetragenen Farben abzubilden. Dies wird durch spezielle optische Filter während der Aufnahme erreicht.

eine Reprofotografie

Franziska Reinbothe, Blau, zentriert, 2013, 110 x 140 cm, Öl auf Leinwand

Hinzu kommt, dass Reprofotografien bei Ansicht auf einem Monitor naturgemäß „leuchten“, als handele es sich dabei um einen Leuchtkasten. Die eigentliche Malerei kann dies natürlich nicht, ebenso wenig ein Printprodukt. Kurzum: Es ist nahezu unmöglich, eine tatsächliche 1:1-Kopie einer Vorlage anzufertigen, da das jeweilige Licht (für das Medium) beim Betrachten eine wesentliche Rolle spielt (Stichwort „Metamerie„). Und: Bei einem Kunstdruck wirkt sich das je verwendete Papier (Ihre Wahl) direkt auf die Abbildung von Farben aus.

Digitale Daten und Bildgröße

Mit meiner derzeitigen Technik fertige ich Digitalisierungen in einer Größe von max. 24 Megapixel an, was ausreichend ist für qualitativ sehr gute Drucke bis zum Format Din A2.

Hinweis: Digitale Daten lassen sich natürlich noch viel größer drucken. Dann sollte man jedoch nicht mehr mit der Nasenspitze vor dem Kunstdruck weilen, was man jedoch bei mannshohen Exponaten eh nicht tun wird.

Von diesen 6000 × 4000 Bildpunkten muss jedoch immer etwas Raum abgezogen werden, da ich stets Referenzkarten mit fotografiere (zur Farb- und Helligkeitskalibrierung) und da viele Exponate z. B. quadratisch sind (ein Teil des rechteckigen, vollen Formates wird dann abgeschnitten).

Auflösung von 10 Megapixel

Detailausschnitt einer Fotografie von einer Leinwand (ca. 200 x 130 cm). (Der Ausschnitt ist um ca. 33% verkleinert dargestellt.)

Künstler: Robert Genschorek

Sie erhalten die Daten im Format „Tiff“, im Farbprofil „Adobe RGB“ und mit einer Farbtiefe von 24 Bit, worüber sich jeder Grafiker freuen wird, welcher meine Repros für z. B. ein Buch oder Kunstdrucke verwenden möchte. Weiterhin erhalten Sie die gleichen Bilder verkleinert im Format „JPG“ und im universellen „sRGB-Farbraum“, wodurch sie sich auf jeden Computer ohne spezieller Software öffnen lassen und auch für das Hochladen ins Internet (bzw. für die Darstellung auf Internetseiten) geeignet sind. Bei Bedarf kann ich Ihnen auch die Original-Arbeitsdaten in 48 Bit und im ProPhoto-Farbraum zusenden.

Natürlich kann ich die Daten auch im klassischen „CMYK-Farbraum“ heraus rechnen. Da solche Dateien offenbar nunmehr von immer weniger Druckereien verlangt werden (und einen kleineren Farbraum aufweisen), tue ich dies nur auf Nachfrage. Ein Umrechnen kostet nichts extra und kann jederzeit im Anschluss erfolgen.

Hinweis: Wenn Sie sich die digitalen Reproduktionen Ihrer Originale auf einem „normalen“ Computermonitor ansehen und hierbei z. B. einen Blaustich feststellen, dann ist dieser Fehler seitens des Monitors bzw. des Farbmanagements zu suchen. Leider bilden viele Laptop-Monitore zu hell, zu kontrastreich und nicht farbrichtig ab. Auf dieser Internetseite können Sie anhand von Beispielbildern überprüfen, ob Ihr Monitor einigermaßen korrekt abbildet.

Ich bevorzuge die Datenübertragung über eine Cloud (Online-Speicher). Sollten Sie keine schnelle Internetverbindung besitzen, um die Grafiken herunter laden zu können, kann ich diese auch auf eine CD / DVD brennen und diese per Post an Sie versenden.

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Ich werde Ihnen einen Link + ein Passwort zu einer Cloud (Online-Speicher) per E-Mail geben. Hier können Sie die Daten herunter laden. Dort werden Sie auch die Rechnung finden sowie das Dokument zur Übertragung der Rechte an meinen Fotografien an Sie.

Noch etwas zum Thema Datenaufbewahrung und Backup: Ich bewahre Ihre Digitalisierungen mindestens ein halbes Jahr auf bzw. spiegele sie im Zuge meiner eigenen Backup-Routine. Bei einem Verlust kann ich Ihnen diese Bilder also erneut zusenden. Die Daten im Online-Speicher bleiben so lange erhalten, bis ich den Platz für neue Daten benötige (meist min. einen Monat).

Ich benötige zuvor ca. 7 Tage Zeit für die nötige Bildbearbeitung, je nach Auftragslage und Menge. Meine Rechnung erstelle ich erst im Anschluss der Arbeiten.

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